Monthly Archives: Dezember 2017

HOT BUTT SENSITIVE BUTT BUNNY MANSION

Jaaa, ihr merkt es sicher schon, die heutige Lektion in Humorsachen dreht sich um das eine:

4. der Fäkalwitz

Dazu muss ich, denk ich, nun wirklich nichts erklären. Daher mal etwas anderes: wir sprechen die ganze Zeit nur von Witzen und Humortheorie, einer der wichtigsten Aspekte beim Cartoonzeichnen ist aber natürlich die Vermarktung. Also das Anpreisen und Viralisieren zum Beispiel auf sozialen Medien. Dazu kann es hilfreich sein, besonders in der Anfangsphase, aktuell beliebte Themen und Hashtags aufzugreifen um sich so in den aktuellen Diskurs einzubringen. Letztens zum Beispiel habe ich das Bild von zwei Klotüren auf Facebook geteilt und mehr Reaktionen als in den letzten zwei Jahren zusammen bekommen. Es kann so einfach sein.

Und Bonus-Tipp: Kennzeichnet eure Arbeit! Das Internet ist voller dreckiger Diebe!

Fröhliche Weihnacht, alle zusammen!

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Hausverbot – zweite Lektion

Wir hatten es ja letzte Woche schon mal kurz angeschnitten:

2. der Gegenteilswitz

Seit Menschengedenken ein Dauerbrenner, fast so etwas wie die Urform des Witzes. Man sagt etwas und tut dann das Gegenteil. Oder man beschreibt eine Sache ganz anders, als sie in Wirklichkeit ist. Extremer Spaß! Man ist jedes mal wieder überrascht! Allerdings werden Kenner natürlich sofort anmerken können: “Cartoon” ist das da oben ja jetzt streng genommen keiner. Und ihr habt natürlich recht. Für den klassischen Gegenteilswitz bietet sich meist eher die Comic-Strip-Form an. Man muss schließlich zuerst die eine Situation beschreiben, um dann den Leser – ZACK – im nächsten Bild zu schocken. Da ich ja nun aber ein richtiger Cartoonist werden wollte, habe ich versucht, die Essenz auch auf ein einziges Bild zu bannen:

Ganz gut geworden, wie ich finde.

Klischeewitz Deluxe

Humor Supreme: Geschlechterwitze! Wie gesagt, eine Unterkategorie des Klischeeswitzes, aber noch tausendmal lustiger, weil das nun wirklich JEDER kennt. Um den oberen Cartoon noch einmal zu analysieren: “Schnecki”, die Pantoffelschnecke, ist hier in jungen Jahren abgebildet und daher durch die besondere Art des Hermaphroditismus ihrer Gattung männlichen Geschlechts. Und wie jeder weiß, haben Männer einfach NULL BOCK auf Hausarbeit. Wir alle kennen’s, klassischer Klischeelacher.

Da wir mit dieser Sparte nun einigermaßen vertraut sind, wagen wir uns doch noch eine kleine Stufe weiter und versuchen, unser Wissen auf einen etwas komplexeren Witz anzuwenden:

Ganz genau! Hier ist Schnecki ein ganzes Stück gealtert und daher mittlerweile mit WEIBLICHEN Genitalien ausgestattet. Zu der ursprünglichen Klischee-Szenerie: Frau <-> Küche gesellt sich hier nun allerdings ein überraschendes Moment, denn Schnecki sagt, sie möchte NICHT abwaschen, obwohl sie es als Frau ja MÜSSTE. Der erfahrene Cartoonist hat also geschickt zwei Themengebiete verschmolzen. Das Klischee bildet die Basis, der eigentilche Witz entsteht jedoch durch unser zweites Themengebiet:

2. der Gegenteilswitz

Doch dazu nächste Woche mehr 😉

Genießt das Wochenende, ihr Lieben

das Rote Chaos – erste Lektion

Ok, ihr wisst, ich bin nicht gerne dieser unerreichbare Influencer-Typ. Manchmal mag es zwar so scheinen, als wäre ich eine Art Magier des Wortes und Bildes, aber auch ich habe meine Tricks und altes Wissen, dass ich mir mühsam erarbeitet habe. Selbstverständlich gibt es auf die Frage, woher Künstler ihre Ideen bekommen, ein paar sehr einfache und konkrete Antworten… sie werden nur nicht gerne verraten. Aber da ich mittlerweile so viel Geld mit euren Klicks verdiene, müssen wir das hier echt nicht mehr so eng sehen.

Ich den kommenden Wochen werde ich euch also Schritt für die Schritt in die Grundlagen des Cartoon-Humors einweihen, wie ich sie in letzter Zeit entschlüsseln und katalogisieren konnte. Und wir beginnen mit einem guten, alten Klassiker aus der Werkzeugkiste:

1. der Klischeewitz

Klischeewitze gehen IMMER! Jeder weiß z.B. von klein auf, dass Igel keine roten Dinge halten können (also, natürlich nicht alle, aber ihr wisst schon) und doch wird man nie müde, darüber herzhaft zu lachen. Klischeewitze tun einfach gut, weil sie uns und unseren Platz auf der Welt bestätigen und liebgewordene Traditionen zeigen.

Freitag geht es dann weiter mit einer besonders heiß begehrten Unterkategorie des Klischeewitzes. Wärmt schon mal eure Lachmuskeln vor 😉

Bis dannimanski

Fritz Molch

 

Und nun ein Text zur letzten Aktion des “Zentrum für Politische Schönheit“:

Ich konnte den Aktionskünstlern um Philipp Ruch und ihrem “aggressiven Humanismus” eigentlich immer einiges abgewinnen. Die Werke sind überspitzt und führen einem die Absurditäten unserer öffentlichen Debatten vor Augen. Aber bei “Deine Stele“, also dem Nachbau des Holocaust-Denkmals auf dem Nachbargrundstück von Björn Höckes Wohnhaus, war ich gespalten.

Mein erster Impuls war, die Instrumentalisierung des Leidens von Millionen von Menschen problematisch zu finden. Andererseits gefiel mir gerade dieses direkte In-den-Ring-Schicken der Leidtragenden bei Aktionen wie “Die Toten kommen” oder “Flüchtlinge fressen” ziemlich gut.

Auch der intime Angriff auf eine Einzelperson ist es nicht so richtig, da es ja, wie bei den 25.000 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise, die zur Verurteilung der Eigentümer des Waffenkonzerns KMW, nicht gegen irgendeine Privatpersonen geht, sondern gegen Leute, die sich bewusst für Menschenrechtsverletzungen entschieden haben, beziehungsweise, im Fall von Höcke, sich geradezu als dessen Maskottchen inszenieren. Wer für eine Idee steht, wird zwangsläufig auch persönlich angegriffen, wenn man dagegen vorgeht.

Das eigentliche Problem ist, dass es dieses mal eben nicht darum geht, die europäischen Außengrenzen abzureissen, Asylbewerber nach Deutschland zu schmuggeln oder die Waffenindustrie einzuschüchtern, sondern, dass dieses ganze kontroverse Wirken und Zur-Schaus-Stellen inhaltlich am Ende nichts anderes gemacht hat, als Björn Höcke einen Streich zu spielen. Weil er das Denkmal nicht gut findet, bauen wir ihm eins vor die Haustüre, ällabätsch.

Es bleibt irgendwie ein blöder Beigeschmack, alles in allem finde ich die Aktion aber wichtig und gerechtfertigt (im Kunst-Kontext natürlich sowieso). Vor allem wegen der leidigen Diskussionen darüber, “Was Kunst darf” oder dem fließenden Übergang zwischen gesundem Menschenverstand und “linkem Terror”. Und weil sie für Erinnerungskultur kämpft, um weiterhin den dummen Relativierungen entgegen zu treten. (Nein, es ist nicht langsam mal genug und nein, man kann den Begriff “Neger” nicht endlich wieder positiv besetzen.)

Nazis sollen sich definitiv in ihrem Umfeld nicht länger wohl und gerechtfertigt fühlen. Das exemplarisch an einer Privatperson zu demonstrieren ist immer problematisch, aber ein Schritt in die richtige Richtung. Wer sich öffentlich für Rassismus und Hass ausspricht, sollte immer immer mit Gegenwind und einem aus “der Mitte der Gesellschaft” finanzierten Denkmal der Schande vor seiner Haustür rechnen müssen.

Weil das nichts mit Beschneidung kostbarer Meinungen zu tun hat, sondern mit wehrhafter Demokratie.

 

Und PS: Wie Netzpolitik.org schreibt: Endlich reden alle von Überwachung!