Hell is People

Wie geht‘s euch so? Die Situation ist für viele immer noch belastend (weil ja auch noch nicht rum, selbst wenn man theoretisch alles wieder machen darf.)

Aber immerhin geht‘s um körperliches und nicht um soziales Distanzieren. Daher freue ich mich, euch auf den Digitalen Comicsalon Erlangen aufmerksam zu machen! 🥳 Vorallem einen bestimmten Programmpunkt zu den letzten Ginco-Preisträgeri:innen mit einem Comiclesungsvideo zu Maertens! Liebevoll produziert und vertont von Adrian und Katja und der kompletten emotionalen Bandbreite meiner wenigen Stimme. Außerdem gibt es einen großen Indiecomic-Guide mit einer Menge Leseproben von den unterschiedlichsten Süßmos der Szene. Das ist doch mal eine schöne Gelegenheit um sich das gesamte Wochenende zuhause einzumummeln.

Und wenn ihr dann immer noch Leselust habt, hier noch ein Artikel aus dem Tagesspiegel zum Thema sexuelle Belästigung in der Comicszene, um bei dem ganzen Spaß nicht den Überblick zu verlieren.

XOXO

Respekt und Heldentod

Vielleicht ist es euch schon aufgefallen, aber unser Männerbild ist ein hierarchischer Alptraum aus endlosen, wackeligen Stufen, deren Positionen ununterbrochen nach allen Seiten hin verteidigt werden müssen. Man kann nicht einfach nur SEIN, man muss sein Geschlecht ZEIGEN. Mit Aktionen, Worten und der Beschaffenheit seiner Augenbrauen, so will es die Tradition. Wenn nicht, dann steigt man ab auf der Männerleiter. Und was wartet ganz unten? Das W E I B I S C H E ! Das will nun wirklich niemand,* daher ist das männliche Äquivalent zu “Gefühle zeigen”, einem anderen zu sagen “Ich erkenne deine Männlichkeit an, Bro”. Wenn Männer sich gegenseitig in ihrer Geschlechtsidentität bestätigen, rührt uns das vor dem Fernseher oft zu Tränen.

Dabei könnte man durchaus auch Frauen mal ernst nehmen. Dann müssten die z.B. bei Anmachen nicht immer so tun, als hätten sie einen Freund, weil ein anderer Typ effektiver ist als ein “Nein”.

*Ich hoffe, ihr merkt hier die Ironie und das SATIRISCHE heraus, denn es ist da! Bitte zeigt mich nicht an!

IST SOZIALISMUS UNSERE RETTUNG VOR FAKE NEWS?

Ja, ich weiß. Ich mach auch immer fröhlich mit. Es gibt einfach nichts Lustigeres als sich über andere Leute und ihren Glauben lustig zu machen (… geboren von einer Jungfrau, rofl als ob). Trotzdem zeigt auch diese aktuelle Verschwörungs-Sache mal wieder, wie schnell wir uns durch Sprache und Fokussierung neue Realitäten schaffen können. Ob’s nun um Wissenschaft oder Menschenrechte geht, oft reicht ein simples Fragezeichen am Ende des Satzes aus, um einen Troll zum Diskurs zu machen. Lösungen hab ich jetzt natürlich auch keine, natürlich muss man über Dinge berichten und das “Schenkt ihnen keine Aufmerksamkeit”-Argument ist nicht nur schwer umzusetzen, sondern manchmal auch einfach problematisch, wenn es darum geht, sich nicht in irgendeine schweigende Pseudo-Mehrheit einordnen zu lassen.

Der Knackpunkt ist halt eben nicht ob, sondern wie über Ereignisse berichtet wird. Welche Positionen man zitiert und welche man kritisch einordnet. Was für Presse und Medien natürlich deutlich einfacher wäre, wie für uns alle, wenn sie nicht aus finanziellen Gründen darauf angewiesen wären, dass man ihre Ausgaben kauft oder auf ihre Artikel klickt und wenn man daher zum Beispiel in Überschriften einfach den Inhalt zusammenfassen könnte, nicht nur die gegenteilige Behauptung mit einem Fragezeichen dahinter. Aufmerksamkeit und “Likes” sind ja nur oberflächlich für viele Lohn der Arbeit, manche Menschen wie Journalist*innen und evtl auch so jemand wie keine Ahnung Künstler*innen zum Beispiel müssen noch von irgendetwas anderem leben, damit sie weiter ihr Informations- und Kulturzeug schaffen können. Oder soll man es lassen?